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Friedhof I (1542-1874)

Bis in die Mitte des 16. JH. lagen die Begräbnisplätze innerhalb der Stadt bei den Kirchen, es waren Kirchhöfe. Friedrich Myconius, der bedeutende Gothaer Reformator, betrieb ihre Schließung und Verlegung nach außen. Der Friedhof I wurde deshalb 1542 als Ersatz für die kleinen Begräbnisplätze um St. Augustin und St. Margarethen als gemeinsamer städtischer Gottesacker außerhalb der Stadtmauern vor dem Brühler Tor angelegt. Er befand sich an der Stelle, wo heute zwischen Bohnstedtstraße und Eisenacher Straße die Arnoldischule und das Stadtbad stehen. Zuvor war das dort befindliche Kreuzkloster durch die Ereignisse der Reformation abgerissen worden.


Auf diesem Friedhof befanden sich die Gräber solch bedeutender Persönlichkeiten, wie

 

Friedrich Myconius (1490-1546):
bedeutender Reformator, Mitstreiter Martin Luthers und Philipp Melanchthons, Gothas erster evangelischer Pfarrer;

Andreas Rudolph (1601-1679):
Festungsbaumeister und Erbauer von Schloß Friedenstein;

Sylvius von Frankenberg (1728-1815):
Origineller und einflussreicher gothaischer Staatsminister;

Johann Georg Justus Perthes (1749-1816):
Gründer der einst weltberühmten Geographisch-Kartographischen Verlagsanstalt in Gotha;

Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1817):
Dichter und Theaterschriftsteller;

Johann Georg August Galetti (1750-1828):
Professor am Gothaer Gymnasium und Verfasser zahlreicher Geschichtswerke, das Muster eines zerstreuten Professors;

Heinrich August Ottokar Reichardt (1751-1828):
herzoglicher Bibliothekar und Theaterschriftsteller;

Adolf Stieler (1775-1836):
Begründer der wissenschaftlichen Atlasgeographie und Mitarbeiter Ernst Wilhelm Arnoldis bei der Gründung der Gothaer Lebensversicherungsbank;

Karl Ernst Adolf von Hoff (1771-1837):
Forschungsreisender und Bgründer der Geologie als moderne Wissenschaft von der Erdgeschichte;

Friedrich Jacobs (1764-1847):
Klassischer Philologe und Professor am Gothaer Gymnasium, Ehrenbürger der Stadt Gotha sowie

Karl Gottlieb Brettschneider (1764-1847):
Generalsuperintendent und Herausgeber der Werke Melanchthons.

Im Jahre 1874 wurde der alte Gottesacker, wie der Friedhof I auch genannt wurde, geschlossen. Er war einer der kulturhistorisch wertvollsten Friedhöfe und malerischsten Winkel Alt-Gothas.

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